Rauchen in Medien

Werbung für den Konsum von Zigaretten findet sich überall. Auf Plakaten und gesponserten Sachgegenständen wie Rennwagen. Selbst im Laden an der Kasse wird Werbung in Bildschirmen geschaltet. Außerdem werden gratis Kostproben verteilt. Diese Praktiken sind den Händlern zwar verboten, aber den Produzenten nicht. So etwas kommt zum Beispiel in Diskotheken, auf dem Campus oder auf Festivals vor. Die meisten Raucher haben ihre erste Zigarette nicht selbst gekauft, sondern gratis bekommen. Das muss oft nicht einmal von Herstellern in Form einer Kostprobe geschehen, sondern kann auch eine Zigarette von Kumpels sein. Eine weitere „Werbung" ist eben auch die rauchende Gang. Um dazu gehören zu können, raucht man dann eben mit. Jugendliche sind besonders schnell beim Rauchen dabei, weil damit ein bestimmtes Image hergestellt wird und man in der Pubertät häufig unsicher gegenüber der eigenen Persönlichkeit ist.

Wie funktioniert diese Werbung eigentlich?

Sie verbindet positive Emotionen und Aspekte wie Spaß, Lifestyle und Jugendlichkeit mit ihrem Produkt. Oft sind attraktive junge Menschen auf den Plakaten zu sehen. Die Zielgruppe sind also eindeutig junge Menschen, aber auch ältere Generationen fühlen sich durch das vermittelte jugendliche Lebensgefühl angesprochen.

Doch das Anwerben neuer Raucher ist nicht das alleinige Ziel der Tabakindustrie. Es gibt mehrere Hersteller, welche sich die aktiven Raucher untereinander aufteilen müssen. Die Werbung möchte also auch die eigene Marke über andere Maren stellen.

Aber wie wird die Werbung geregelt? Ist das überhaupt der Fall? Ja, aber nur geringfügig. In der Europäischen Union ist die Werbung in Zeitschriften und im Internet seit 2007 verboten. Außer Deutschland haben alle anderen Staaten in der EU aber weitere Gesetze, welche die Werbung einschränken. Ein Punkt muss aber beachtet werden: Was verboten ist, ist attraktiv. Ein Rauchverbot würde den Konsum also fördern und nur in den sozialen Untergrund verschieben.

Trotz der professionellen Werbung sind nur ungefähr 20% aller Käufe auf Werbung zurückzuführen. Allerdings sind 20% von rund 24 Millionen aktiven Rauchern in Deutschland immer noch recht gute Quoten für die Werbung der Zigarettenindustrie.

Rauchen in Filmen/Fernsehen/Serien

Rauchen wird in Filmen und Serien sehr vielseitig eingesetzt. Ob als Zeichen des Protests oder als verführerische Geste. Besonders Regisseure wie Tarantino nutzen Rauchen oft als Stilmittel. In vielen Filmen ist es oft nur der Bösewicht, welcher zur Zigarette greift, wie zum Beispiel in den neueren James Bond Filmen. Viele Protagonisten (zum Beispiel eben genannter James Bond) vermitteln oft den Eindruck, es wäre cool oder sogar charmant. Das ist der Grund dafür, dass viele Kritiker, zum Beispiel der ehemalige italienische Gesundheitsminister Girolamo Sirchia, ein generelles Rauchverbot auf der Leinwand fordern. Die deutsche Drogenbeauftragte Marlene Mortler forderte vor kurzer Zeit ebenfalls weniger Rauchen in Filmen. „Je häufiger Jugendliche in Film und Fernsehen sehen, dass geraucht wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst zur Zigarette greifen“ sagte sie in einem Interview mit Redakteuren der Berliner Morgenpost. Demnach ließen sich Jugendliche von Filmen zum Rauchen verleiten.

Laut einer Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung, bei der 81 Filme von 2016 und 2017 untersucht wurden, wird in rund 3 von 4 Filmen zur Zigarette gegriffen. Auch in den beiden kommerziell erfolgreichsten deutschen Filmen „Fack Ju Göthe 2“ und „Willkommen bei den Hartmanns“ wird geraucht. Jugendliche und Kinder sehen Charaktere aus Filmen oft als Vorbilder und so könnten sie sich das Rauchen bei ihnen abschauen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt daher vor, Filme, in denen geraucht wird, erst ab einem Alter von 18 Jahren freizugeben und laut des deutschen Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) müsse die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle) ihre Kriterien zur Altersfreigabe grundlegend ändern.

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